Nicht immer ist es Burnout!

Immer wieder höre ich, dass trotz unermüdlicher Arbeit der WHO, in Kooperation mit der Europäische Union, die Burnout-Fälle in Europa zunehmen. Jeder vierte Österreich wird als Risikokandidat für eine Überlastungsdepression (Burnout) eingestuft. Nicht immer jedoch ist es tatsächlich ein Burnout. Es gibt noch vier weitere Möglichkeiten für die Erklärung von vermeintlichen Burnout-Symptomen.

Dehydrierung

Viele von uns trinken, wenn sie den Effekt des ausgetrockneten Mundes spüren. Wartet man erst auf das Gefühl des Durstes, bevor man zum Glas Wasser greift, ist es schon zu spät. Der Körper zeigt bereits erste Symptome der Dehydrierung weit bevor wir das Gefühl des Durstes verspüren. Durst verspüren wir erst, wenn unser Körper um ein bis zwei Prozent Wasser verloren hat. Davor hat die Dehydration jedoch schon unsere gute Stimmung und unsere Leistungsfähigkeit getrübt Ganio et al., 2011; Amstrong et al., 2012). Austrocknung steht daher im direkten Zusammenhang mit Emotionen, der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Camelbak hat dazu einen Online-Rechner zur Verfügung gestellt. Es ist zwar ein wenig mühsam sein Gewicht und Größe in US-Maßeinheiten umzurechnen, aber es zahlt sich aus.

Unterzuckerung

Nachdem es uns die Snickers Kampagne "Immer wenn du hungrig bist, wirst du zur Diva" schon vorgibt, ist die Unterzuckerung inzwischen gesellschaftsfähig geworden. Wobei ich für mich feststellen musste, dass unterzuckerte Männer auf mich reichlich unsexy wirken. Hunger und Unterzuckerung sind primitive Signale in uns Menschen, die uns Stressreaktionen hervorrufen. Menschen, die anfällig für Angstzustände oder Depressionen sind zeigen in der Stressreaktion größere Effekte, als Menschen mit stabile mentaler Gesundheit. Hier wird der Abfall des Blutzuckers oder größere Schwankungen des Blutzuckerspiegels massiv von der Umwelt wahrgenommen. Sie benehmen sich eben, wie eine Diva. Alle, die besonders anfällig sind, sollten daher große Schwankungen ihres Blutzuckerspiegels vermeiden. Große Schwankungen werden von einfachem Zucker oder einfachen Kohlehydraten ausgelöst, da dieser die Insulinproduktion anregt. Insulin tendiert dazu den Blutzuckerspiegel zu senken. Damit bist du gefangen in deiner Auf-Ab-Spirale deines Blutzuckers und deine Emotionen fahren mit dir Schlitten. Ein niedriger Blutzuckerspiegel steht im direkten Zusammenhang mit Depressionen (Sathyanarayana et al., 2008). Holdford (2003) nennt die Unterzuckerung so schön, den Sugar Blues.

Hyperthyreose

Eine weitere häufige Fehlinterpretation liefert die Schilddrüsenunterfunktion. Selbst bei einer leichten Schilddrüsenunterfunktion fühlt man kraftlos, wertlos, irritiert und hat das Gefühl keinen klaren Gedanken fassen zu können. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist nicht einfach zu diagnostizieren, immer wieder höre ich von Freunden und Klienten, dass sie jahrelang ihre Schilddrüse untersuchen ließen, ohne dass eine relevante Unterfunktion bestätigt wurde. Erst als die Laborwerte massiv schlechter wurden, erhielten sie die Hormonzusatztherapie, die ihre Symptome linderte. Die Labordiagnostik stützt sich auf die Auswertung des TSH, der nach heutigem Stand der Wissenschaft, als nicht sehr zuverlässig angesehen wird. Die Schilddrüse ist ein wichtiges, aber sehr komplexes Thema. Es gibt dazu bereits einen erstklassigen Blog.

Vitamin-Mangel

Ginde et al., stellen 2009 in einer US-Studie fest, dass Dreiviertel der Teenager und Erwachsenen an einem D3-Mangel leiden. Anglin et al. (2013) untersuchten mit ihrer Meta-Analyse 14 Studien mit insgesamt 31.424 Probanden und bestätigten den Zusammenhang zwischen D3-Mangel und Depression. Die beste Quelle für Vitamin D3 ist die Sonne selbst. Sonnenschutz verringert jedoch die Aufnahme von Vitamin D3. Will man daher auf Schädigungen der Haut verzichten, muss man auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Spedding (2014) untersuchte 15 verschiedene randomisierte, kontrollierte Studien zur Behandlung von Depression durch Vitamin D3 Zuführung.  Dabei wurden täglich mehr als 800 IE verabreicht. Das entspricht einer Menge von mehr als 20 μg. Bitte passt bei der Qualität der Produkte auf. Es gibt sehr viel Anbieter und nur sehr wenige haben auch kontrollierte Studien über die Wirksamkeit ihrer Produkte aufliegen. Persönlich empfehlen kann ich euch Biogena D 2000 Duo und Pure Encapsulations Vitamin D3 1000 empfehlen.

Wenn ihr also den Verdacht habt, dass ihr müde und deprimiert seid, aber keinesfalls ein Burnout, lasst doch einfach von eurem Arzt die anderen Möglichkeiten abklären. Für die Diven unter euch, die schnell mal üble Laune bekommen, wenn sie unterzucken kann ich euch die Umstellung auf Low-Carb Ernährung empfehlen. Schon bald gibt es darüber einen weiteren spannenden Blogbeitrag.