Schlechte Laune im Sommer?

Obwohl es mir persönlich im Sommer viel bessergeht und sich meine Stimmung erkennbar hebt, treffe ich immer wieder auf Menschen, deren Laune mit zunehmender Sonneneinstrahlung, schlechter wird. Klimstra et al. (2011) haben vier Typen entwickelt, wenn es um den Zusammenhang von Wetter und Emotionen geht. Der Sommerliebende bekommt mit zunehmenden Sonnenstunden und Wärme eine bessere Laune. Der Unbeeindruckte zeigt nur wenig emotionelle Abhängigkeit zum Wetter. Der Sommerhasser bekommt zunehmend schlechte Laune, je näher die warmen Monate des Jahres rücken und der Regenhasser bekommt nur schlechte Laune, wenn es gerade regnet.

Also ich zähle mich eindeutig zu den Sommerliebenden. Leistung im Job erbringen kann ich allerdings auch nur, wenn es im Büro ausreichend klimatisiert ist. Bei niedrigeren Temperaturen im Büro lässt es sich auch mit den Kollegen besser auskommen. Das belegt auch die Studie von Solomon et al. (2013). Die Forscher bestätigen, dass bei Hitze das Aggressivitätslevel um 4 Prozent steigt und die Konflikthäufigkeit um 14 Prozent.

Nicht nur auf die Emotionen schlägt sich die Hitze nieder, sondern auch auf das Herz-Kreislauf-System. Das führt bei vielen Menschen zusätzlich zu einer Verschlechterung ihrer Laune. Der Effekt ist zu vergleichen mit der Winterdepression. Nicht nur kurze Tage mit wenig Licht machen uns mental mürbe, sondern auch sehr lange Tage, grelles Licht und übermäßiger Hitze.

Wenn jetzt alles zusammen kommt und du ein Sommerhasser bist und zusätzlich an der Hitze leidest gibt es ein paar Tricks, die dir dabei helfen können, doch noch ein Lächeln über die Lippen zu bekommen.

1. Plane Dinge, die dir Freude machen

Das heißt jetzt nicht gleich, dass du dich am Wochenende an den See legen sollst oder bei der größten Hitze einen Berg besteigst. Mach dir kleine Highlights aus, die dir auch wirklich Freude bringen. Triff dich mit einem Freund oder Freundin zum Mittagessen oder zum Kaffee. Mach im Büro zwischendurch mal Pause und hol dir ein Eis. Oder zieh dir beim nächsten Brunnen einfach mal die Büroschuhe aus und hänge deine Füße ins kühle Nass. Setzte dir quer durch die heiß Jahreszeit solche Highlights in den Terminkalender. Die Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude und der beste Motivator.

2. Trinken, trinken und noch mal trinken

Unzählige Studien (Ganio et al., 2011; Amstrong et al., 2012) haben bereits belegt, dass Austrocknung einen direkten Zusammenhang zur mentalen Gesundheit hat. Dabei kommt es zu einem Engpass der Aminosäure Tryptophan, welches der Körper für die Serotoninproduktion benötigt. Ohne ausreichend Flüssigkeit kann der Körper nicht entgiften und damit das Tryptophan nicht transportieren. Daher für eine Austrocknung zu Depressionen, Angstzuständen und Reizbarkeit. Um die notwendige Menge an Flüssigkeiten für dich zu errechnen gibt es anhand deines Alters, Größe, Gewichts, Hautfarbe und körperlicher Aktivität. In meinem Fall sind es bei geringer körperlicher Aktivität im Büro zirka 0,6 Liter pro Stunde. Camelbak hat dazu einen Online-Rechner zur Verfügung gestellt. Es ist zwar ein wenig mühsam sein Gewicht und Größe in US-Maßeinheiten umzurechnen, aber es zahlt sich aus.

3. Essen macht gute Laune

Im Sommer gibt es reichlich leckere Cocktails und farbenfrohe Drinks im Kühlregal. Die meisten haben einen hohen Zuckergehalt und der vertreibt schlechte Laune. Bekannt ist auch, dass Putenfleisch, Kürbiskerne, Walnüsse, fetthaltiger Fisch, Kurkuma, Avocados und dunkle Schokolade die Laune anheben können. Speziell Nüsse lassen sich schnell mal in die Tasche packen und am Bürotisch knabbern. Das macht dich besser gelaunt an heißen Tagen im Büro und deine Kollegen werden es dir danken.

Als letzten Tipp kann ich euch noch mitgeben, dass das Erlernen einer neuen Sportart auch schlechte Laune vertreibt. Das Erlernen von neuen Fähigkeiten lenkt nicht nur von der Hitze ab, sondern verdrahtet euer Gehirn neu (Bähner et al., 2011; Bukalo et al., 2013; Fields, 2008; Patel et al., 2012). Kajak fahren, Paddle-Boarding, Kitesurfen oder Segeln machen Spaß und zum nächsten See ist es zum Glück nicht weit. Probiert es einfach aus.