Q&A zu Burnout

+ Was ist Burnout?

Wie von Maslach und Jackson (1981) definiert und gemessen, ist Burnout ein Syndrom, das durch drei Dimensionen gekennzeichnet ist: emotionale Erschöpfung (EE), Depersonalisation (DP) und reduzierte persönliche Erfüllung (PA). Das Maslach Burnout Inventory, der "Goldstandard" für Burnout, der in fast allen Forschungen verwendet wird, ergibt eine separate Bewertung für jede dieser drei Dimensionen. Obwohl Burnout typischerweise als Syndrom beschrieben wird, gibt es keine Kriterien für die Einstufung eines Individuums und dessen Leiden.
Burnout zu verhindern ist ein komplexer Prozess, der es erfordert, die Aufmerksamkeit auf die Verringerung emotionaler Erschöpfung und Depersonalisation des Betroffenen zu lenken, sowie das Beibehalten des Zustandes der emotionalen Gesundheit.

+ Weshalb vermeiden?

Erstens wirkt sich Burnout negativ auf die Lebensqualität aus. Es ist persönlich belastend und eine signifikante Verbindung zu vielen stressbedingten physischen und psychischen Gesundheitsauswirkungen wurde bereits wissenschaftlich nachgewiesen. Zweitens kann Burnout die Qualität der Arbeit und damit die Dienstleistungen, die wir unseren Kunden bieten, beeinflussen. In seiner ursprünglichen Beschreibung von Burnout, diskutiert Freudenberger (1975) den Verlust von Motivation und Engagement und zeichnet das Bild des "ausgebrannten" Profis. Des Weiteren beinhaltet die Depersonalisationskomponente von Burnout, beschrieben von Maslach und Jackson (1981), eine emotionale Distanzierung, im Wesentlichen eine Art von Entkopplung von Kollegen, Kunden, Familie und Freunden.
Obwohl empirische Beweise für die direkte Auswirkungen des Burnout auf die Qualität der professionellen Dienstleistungen fehlen, hat die Forschung festgestellt, dass ein erhöhtes Maß an Burnout assoziiert wird mit der Absicht oder dem Verlangen, die eigene Position zu verlassen. Diese negative Einstellungen in Verbindung mit erschöpften emotionalen Ressourcen kann zu einer Beeinträchtigung des professionellen Funktionierens führen.

+ Welche Tätigkeit?

Da Burnout ein arbeitsbedingtes Phänomen ist, konzentriert sich die Forschung auf die Identifizierung von Arbeitsanforderungen / Belastungen, die Burnout vorhersagen. In dieser Hinsicht, auf die Anzahl der Arbeitsstunden, Stunden für bestimmte Arten von Arbeitstätigkeiten, Fehlzeiten und Kundenbeschwerden je Mitarbeiter. Im Allgemeinen zeigt die Forschung, dass die Gesamtzahl der gearbeitet Stunden positiv mit Burnout korrelieren; das heißt, mehr Arbeitsstunden bringt mehr emotionale Erschöpfung und Depersonalisation. Weiters macht es einen Unterschied, wie man die Arbeitsstunden verbringt. Obwohl die in den Studien unterschiedliche Tätigkeiten untersucht wurden, konnte übereinstimmend festgestellt werden, dass die administrativen / Schreibarbeitsstunden größere emotionale Erschöpfung und weniger persönliche Erfüllung mit sich bringen.

+ Welche Faktoren?

Zahlreiche Studien haben eine signifikante Beziehung zwischen der Kontrolle und allen drei Dimensionen des Burnout aufgezeigt. Personen, die über mehr Kontrolle bei der Arbeit berichten, berichten über weniger emotionale Erschöpfung, weniger Depersonalisation und ein besseres Gefühl gegenüber ihrer persönlichen Leistung. Man könnte jedoch fragen, was Kontrolle bedeutet. Kontrolle über den Arbeitsplan? Kontrolle über Aktivitäten auf Arbeit? Kontrolle über Behandlung oder Fallmanagement?
Obwohl es viele Möglichkeiten gibt, wie Kontrolle erfahren werden kann, ist es eine wertvolle Ressource, die das Risiko von Burnout reduzieren kann. Die Ressource der Unterstützung am Arbeitsplatz wurde auch in mehrere Studien untersucht. Diese Studien hatten jedoch unterschiedliche Ansätze zur Bewertung der Unterstützung. Angesichts dieser unterschiedlichen Ansätze, ist die Erkenntnis, dass die Unterstützung am Arbeitsplatz komplex ist und nicht annähernd so wirkungsvoll wie die Kontrolle.

+ Was hilft?

Die Experten-Literatur zur Burnout-Prävention und Fachkompetenz betont die Entwicklung von persönlichem Coping und Selfcare Strategien. Die Forschung hat jedoch nur eine sehr begrenzte Aufmerksamkeit auf die persönlichen Ressourcen. Das bis heute am häufigsten untersuchte Persönlichkeitsmerkmal ist das Alter. In diesem Zusammenhang liefern Studien Nachweis, dass ein erhöhtes Alter mit weniger emotionaler Erschöpfung und Depersonalisation im Zusammenhang steht. Höheres Alter bringt Reife, Erfahrung und mehr persönliche Ressourcen mit sich, die dem Individuen dabei helfen, die Anforderungen der Arbeit effektiver zu bewältigen.
Mit einem umfassenden Maß an persönlichen Ressourcen wurde in einer Studie erforscht, dass persönliche Ressourcen die emotionale Erschöpfung vorhersagen. Als persönliche Ressourcen wurden Freizeitaktivitäten, Self-Care-Aktivitäten, soziale Unterstützung und kognitive Bewältigungskompetenzen untersucht. Diese Studie liefert den Beweis, dass eine breite Palette von persönlichen Ressourcen dazu beitragen können, das Burnout-Risiko zu verringern.
Im Bezug auf mehr aktive oder problemorientierte Bewältigung von Konflikten sind die Ergebnisse gemischt. Obwohl Thornton (1992) damals keine Beziehung von aktiveren Bewältigungsstrategien und Burnout fand, wiesen Ben-Zur und Michael (2007) nach, dass die Verwendung von problemorientiertem Bewältigungsstrategien (z. B. Planung, positive Neuinterpretation, Unterstützung suchen) im Zusammenhang mit geringerer Depersonalisation und höherer persönliche Leistung stehen.

+ Welche Stufe?

Die American Psychological Association (APA) unterscheidet bei Burnoutprogrammen zwischen drei unterschiedlichen Stufen. Während die Stufe 1 Maßnahmen beinhaltet, die für alle Mitarbeiter einen Mehrwert bringen und Burnout vermeiden sollen, wenden sich Maßnahmen der Stufe 2 an spezielle Risikogruppen z.B. Hochsensible Mitarbeiter oder Mitarbeiter mit chronischen Erkrankungen. Die Maßnahmen der Stufe 3 werden auschliesslich bei Burnout-Symptomen angewandt. Das akute Burnout wird nach der Freudenberger-Skala mit den Phasen 7-12 festgelegt und wird von JagtheCoach® nicht bedient.

Burnout-Phasen nach Freudenberger

 
Phasen und Tätigkeitsfelder von JagtheCoach®

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